| Jubiläumsfeier |
„Herausgefordert durch Gottes Liebe“ – Festgottesdienst am PfingstsonntagAls „eine in allen Belangen hervorragende Veranstaltung!“ wurde der Festgottesdienst am Pfingstsonntag zum 100jährigen Jubiläum unserer Potsdamer Baptistengemeinde gewürdigt. Besonders die Festpredigt von Prof. Michael Rohde (Elstal) über eine der zentralen Liebeszusagen Gottes (Hosea 11, 1-9) hat bei vielen einen begeisternden und nachhaltigen Eindruck hinterlassen: „Das mit der Liebe war sehr eindrücklich, und dass Gott immer daran festhält, bewegend!“ Gemäß unserem Festmotto fragte der Verkündiger kritisch, ob wir wirklich durch Gottes Liebe herausgefordert werden wollen. Wenn ich nur diejenigen liebe, die mich lieben, gibt das zwar ein tolles Gefühl, aber ist das auch göttliche Liebe? Gottes einzigartige Liebe richtet sich an den, von dem nichts zu erwarten ist. Gottes fürsorgliche Liebe wird herausgefordert durch seine Kinder, die mit seinem Wort gleichgültig und beliebig umgehen, die trotz Gottes unbegrenzter und immerwährender Hingabe nicht zuhören wollen, Gottes Pläne ablehnen und eigene Wege gehen. Reagiert Gott auf solche menschliche Selbständigkeitsansprüche mit erregtem Zorn und enttäuschter Wut? Nein, denn Gottes Liebe ermöglicht immer beides, Bindung und Freiheit. Gottes korrigierende Liebe geschieht durch Menschen und mit den „Seilen der Liebe“: nicht los- aber lockerlassen, zuweilen an der langen Leine, aber trotzdem verbunden. Und diese hingebungsvolle Bindung geht sogar soweit, dass Gott sich entschieden hat, das Gericht nicht an den untreuen Menschen, sondern an sich selbst auszuführen. Der Zorn Gottes ist glühende Liebe, aber seine Liebe beherrscht den Zorn. Sie ermöglicht Freiheit und Barmherzigkeit. Eingerahmt wurde die ansprechende Predigt von einem melodischen Streicher- Ensemble und dem rhytmisch-dynamischen Chor Kirchenwind, der gern noch mehr Lieder hätte vortragen können. Einen weiteren Höhepunkt bildeten die von Constanze Becker-Lefherz vorgetragene Arie zu Violine und Klavier (J.S. Bach: Gemeindebrief 06/2010 9 „Gelobet sei der Herr“) sowie eine kurze Austauschrunde mit der Frage, was wir an unserer Gemeinde lieben und schätzen. Die Bandbreite der Antworten von Kicker bis Gemeindeleitung verdeutlichte anschaulich die gegenwärtige Vielfalt unseres Gemeindelebens. Sie offenbarte zugleich die Herausforderung für die kommenden Jahre, diese Vielfalt zu erhalten und die Liebe Gottes weiterzutragen, damit auch zukünftig unsere Gemeinde in Potsdam „nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist“ (Sach. 4, 6) geleitet wird. Lob- und Danklieder über Gottes bedingungslose Liebe komplettierten den rundum gelungenen Festgottesdienst. Johannes Leicht |
