An(ge)dacht

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende (Prediger 3,11)

Alles hygge?
Bei der diesjährigen Jugendfreizeit ging es nach Dänemark. Bei unseren Vorbereitungen stießen wir auf die Aussage, dass Dänemark die zufriedenste Bevölkerung Europas habe und dass ein Kernelement davon hygge sei. Hygge? Hygge (gesprochen „hügge“) ist äußerst vielseitig in der dänischen Sprache verbreitet und kann z.B. angenehm, geborgen, klein aber fein, behaglich, gemütlich, sich trösten, Trost spendend oder sich hegen bedeuten. Hygge umfasst alle Bereiche des Lebens: eine helle und gemütliche Wohnatmosphäre, Entschleunigung, viel in Gemeinschaft sein und sich Zeit für sich selbst nehmen.

Während der Dänemarkfreizeit haben wir viele hyggelige Momente erlebt. Wir haben uns ein eher ungemütliches Haus gemütlich verwandelt, viel in Gemeinschaft gegessen und unternommen und jeder von uns hatte seinen persönlichen Hygge-Ort zum Zurückziehen. Also, alles hygge?
Über die zehn Tage haben wir uns mit den Seligpreisungen der Bergpredigt in Mat. 5, 3-12 beschäftigt. Hier wird Hygge von Gott anders definiert. Als hygge werden Leidtragende, Trauernde, Sanftmütige, nach Gerechtigkeit und Frieden strebende Menschen beschrieben. Jesus redet über eine andere Zufriedenheit. Zusammengefasst gibt er in den Seligpreisungen hoffnungsspendenden Zuspruch, dass Menschen aus zwei Gründen hygge werden: Zum einen, wenn sie bereits jetzt Zeugen von Gottes Wirken sind und zum anderen, wenn sie darum wissen, dass ihre große Belohnung in der Zukunft auf sie wartet.

Zwei Zusprüche, über die es sich lohnt persönlich mal nachzudenken, ob man sich dessen bewusst ist. Schöpft man daraus seine Energie und Zufriedenheit? Im griechischen Original steht statt hygge oder glückselig das Wort makarios. Makarios taucht auch in Psalm 1 auf. Dort sind diejenigen glückselig, die nicht dem Rat von Menschen folgen, welche Gott fern sind, sondern Freude haben an Gottes Gesetzen. Es folgt der wunderbare Vergleich solcher Menschen mit einem Baum, der nah am erfrischenden Wasser steht und gute Früchte bringt. Solche Menschen müssen keinem Trend folgen, um hygge zu sein, sondern leben in enger Verbindung mit Gott, haben Freude an seinen Lebensvorstellungen und schöpfen daraus Zufriedenheit.
An Jesu Leben sehe ich, dass er Formen der dänischen Hygge-Version gelebt hat und ich denke ein mancher von uns hat dort auch noch zu lernen. Wir sollen uns eine wohltuende Umgebung schaffen, Gemeinschaft suchen und fest Zeit für uns selbst einplanen. Doch lerne ich mehr und mehr wie grundlegend für mein Leben zunächst die Verbindung zu Jesus ist. Er ist mein Weinstock, ich bin seine Rebe. Nur durch die Verbindung zu ihm erhalte ich die Nährstoffe, die ich zum Leben brauche. Die Verbindung zu ihm darf nicht abreißen, egal, wie mein derzeitiger Zustand ist.
Alles hygge? Nun ja, zumindest haben Christen die Möglichkeit, die zufriedenste Bevölkerung der Welt zu werden, da sie eine bedingungslose, nie verebbende Hygge-Quelle haben.

Lea Schmidt

Herrnhuter Losung

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